Wenn Sie sich dafür entschieden haben, dass Ihr Kind an einer Trauerfeier teilnehmen darf, sollten Sie Ihrem Kind den Ablauf einer bevorstehenden Trauerfeier verständlich machen. Währenddessen wird es vermutlich viele Fragen haben. Und wie bei vielen anderen Themen, welche Kinder erklärt haben wollen, gilt es auch beim Thema Beerdigung sowohl auf die gestellten Fragen einzugehen als auch das Tempo des Kindes zu berücksichtigen.
Sollten Sie Fragen nicht sofort beantworten können, bitten Sie Ihr Kind um Geduld. Erklären Sie ihm, warum diese Frage so schwierig für Sie zu beantworten ist und gehen Sie auf Ihr Kind zu, sobald Sie die Frage beantworten können oder möchten. Sprechen Sie es darauf an, dass es ja noch auf die Antwort für eine bestimmte Frage wartet und Sie nun die Antwort geben können.
Zusätzlich können Sie sich bei Vertrauenspersonen Ihres Kindes Unterstützung für die Beantwortung der Fragen holen.
Gespräche vor einer Trauerfeier
Gehen Sie mit Ihrem Kind den Ablauf der Zeremonie durch. Nutzen Sie zur Veranschaulichung Puppen, Fotos oder Zeichnungen. Spielen Sie ihm eventuell auch schon einmal die Musik vor, die ausgesucht wurde (falls die Entscheidung ohne Ihr Kind gefallen ist) oder besuchen Sie den Friedhof, auf welchem die Beerdigung stattfinden wird. Zeigen Sie eventuell auch die künftige Grabstelle des Verstorbenen.
Erwachsene werden weinen
Erwachsene weinen sehr selten vor Kindern. Im Gegensatz dazu weinen Kinder häufiger vor Kindern und auch vor Erwachsenen.
Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, dass es auf der Trauerfeier weinende Erwachsene sehen wird. Besprechen Sie mit ihm, was es tun darf, um die Erwachsenen zu trösten z. B. Taschentücher reichen oder die Hand streicheln.
Nehmen Sie sich Zeit für Fragen
Für Kinder kann die Zeit der Fragen jederzeit kommen. Sowohl vor als auch während und nach der Bestattung. Die Zeit nach der Bestattung ist dabei eine weit dehnbare Zeitspanne. Mitunter erinnern sich Kinder erst Jahre später an etwas auf der Trauerfeier Erlebtes und wollen dies gern noch einmal mit Ihnen reflektieren und von Ihnen erklärt haben. Stellen Sie dabei auch Fragen. Zum Beispiel können Sie sich danach erkundigen, was das Kind in einem bestimmten Moment gefühlt hat. Beschreiben Sie auch gern Ihre eigenen Gefühle in dieser Situation.
Die Fragen werden für Sie eine Entdeckungsreise zu sich selbst
Die Fragen, welche Ihnen Ihr Kind stellt, werden Ihnen teilweise unter die Haut gehen oder existenziell sein. Damit sind es nicht nur Fragen, die Ihr Kind Ihnen für sich selbst stellt, sondern mit der Suche nach einer Antwort stellen auch Sie sich diese Fragen und finden für sich selbst eine Antwort.
Lassen Sie sich dabei die bereits oben beschriebene Zeit und erklären Sie Ihrem Kind, das Sie erst für sich eine Antwort finden oder gemeinsam Antwortsuche gehen müssen.
Rückzugsmöglichkeiten
Seien Sie offen für sprunghafte Meinungsänderungen Ihres Kindes. Selbst am Tag des Begräbnisses. Jede neue Information und jeder neu gewonnene Eindruck können diese Umstimmung bewirken. Bitten Sie daher eine vertraute Person, die selbst wenig Berührungspunkte mit der verstorbenen Person hatte, als helfende Hand zur Verfügung zu stehen, um Ihr Kind ggf. aus der Beerdigungssituation heraus zu begleiten.
Besprechen Sie mit Ihrem Kind diese Möglichkeiten. Geben Sie ihm zu verstehen, dass Sie einverstanden mit jeder seiner Entscheidung sind.
Gemeinsame Vorbereitungen
Für den Trauerprozess und das Erleben der Beerdigung kann es für Kinder genauso wie für Erwachsene hilfreich sein, wenn über kleine Aufgaben eine aktive Beteiligung erfolgt. Suchen Sie zum Beispiel gemeinsam die Einladungskarten, den Blumenschmuck oder die Lieder für die Trauerfeier aus. Zusätzlich können Sie Ihr Kind nach eigenen Ideen zur Gestaltung des Abschieds fragen.
Mögliche weitere Aufgaben:
- Einladungen zur Post bringen
- Kleidung für den Verstorbenen aussuchen
- ein Bild malen oder einen Brief schreiben (zum Beilegen in den Sarg)
- Blumenkörbchen tragen und am Grab halten
- Café für den Leichenschmaus auswählen
- Speisen für den Leichenschmaus wählen
Was sollte ein Kind dürfen?
Neben der Erlaubnis, sich zurückziehen zu können, sollten Kindern alle Möglichkeiten des Abschieds zuteilwerden, welche auch Erwachsene haben. Das schließt auch ein, den Verstorbenen in der Trauerhalle zu berühren, wenn sie das wünschen. Bereiten Sie Ihr Kind eventuell mit einer Doku darauf vor, wie das aussehen könnte. Checker Tobi hat sich dafür einmal auf den Weg in ein Bestattungsunternehmen gemacht.
Schöne Dinge für Kinder am Sarg
Nicht nur für Kinder, sondern auch für jedes andere Familienmitglied ist es schön, wenn alle Trauergäste eine kleine persönliche Erinnerung an den Verstorbenen in eine Schatzkiste legen. Das können Fotos, ein Brief mit der Beschreibung eines gemeinsamen Erlebnisses oder ein Stein, ein Schmuckstück oder vieles andre sein.
Gespräche nach der Trauerfeier
Auch nach der Beerdigung wird Ihr Kind Fragen haben. Vielleicht hatte es bereits während der Trauerfeier einige und Sie haben es gebeten, auf Antwort zu warten. Eine Nachbesprechung ist dafür der richtige Rahmen.
Doch wie auch bei der Vorbesprechung gilt: Seien Sie bereit, wenn Ihr Kind bereit ist. Richtigen Sie Art und Fülle der Informationen an Ihrem Kind aus und nehmen Sie sich Zeit.
Wenn Ihnen wegen eigener Trauer Kraft oder Geduld fehlen …
… finden Sie bei folgenden Einrichtungen in München eine Trauerbegleitung für Ihr Kind sowie Unterstützung für sich:
- Johanniter
- Lacrima
- Verwaiste Eltern und Geschwister München
- Nicolaidis YoungWings Stiftung
- Anna Hospizverein
- TRAUERHERZ
Antworten auf Kinderfragen
Funktion der Trauerkleidung
Die Farbe Schwarz symbolisiert in unserem Kulturkreis den Tod. Die schwarze Kleidung soll die Traurigkeit über den Verlust des Verstorbenen nach außen zeigen. Wenn die Kleidung nicht schwarz ist, dann aber auf jeden Fall dunkel.
Was bedeutet “Herzliches Beileid”
Es ist eine Redewendung, um auszudrücken, dass einem der Verlust des anderen leid tut. Es ist ein Ausdruck von Mitgefühl.
Andere Ausdrücke sind:
“Mein tiefstes Mitgefühl.” oder “Ich wünsche euch/dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit.” Es wird nur den engsten Angehörigen gegenüber ausgesprochen.
Warum wird der Verstorbene verbrannt?
Für ihn wurde eine schöne Grabstelle (Sie können beschreiben, was die Stelle so schön macht.) ausgesucht und dort findet nur eine Urne Platz und damit der Verstorbene in der Urne Platz hat, muss der leblose Körper vorher verbrannt werden.
Bei einer Seebestattung können Sie erklären, dass nur Asche ins Meer darf.
Spürt der Verstorbene es, wenn der Sarg mit Erde zugedeckt wird?
Nein. All sein Fühlen und Spüren haben nach dem Sterben aufgehört. Der Körper ist er nur noch die Hülle. Ähnlich einer Jacke. Sie spürt das Feuer auch nicht.
Was passiert mit dem Sarg, wenn die Erde draufgeworfen wurde?
Für die Trauernden ist es ein weiteres Symbol des Abschieds. Der Sarg und auch der Körper können ungestört über viele Jahre zu Erde werden.