Obwohl der Trauerprozess sehr individuell ist, lassen sich vier verschiedene Phasen erkennen. Innerhalb dieser Phasen sind Rückschritte möglich und Dauer sowie Ausprägung sind unterschiedlich. Je nach Persönlichkeit und auch emotionaler Nähe zum Verstorbenen dauern die Phasen längere oder kürzere Zeit an. Für Trauernde ist es über den gesamten Zeitraum wichtig, dass sie verständnisvoll begleitetet werden und immer wieder, wenn nötig, Unterstützung erhalten.

Nicht-Wahrhaben-Wollen

Die erste Reaktion ist ein Schock. Mit dem Tod konfrontierte Personen verspüren Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühle. Für sie ist es unvorstellbar, dass ein geliebter Mensch verstorben ist. Auch eine Verleugnung ist möglich.

Diese Phase kann wenige Stunden, aber auch mehrere Wochen andauern.

Aufbrechende Emotionen

Starke Gefühle sind am Werk, wechseln sich ab und beherrschen die Stimmung. Zorn, Wut, Schuldgefühle und Schmerz geben den Ton an.

Diese Phase kann das Leben der Betroffenen über Wochen, Monate oder sogar Jahre begleiten. Häufig hat die emotionale Nähe zum Verstorbenen Einfluss auf die Dauer dieser Phase.

Suchen und sich trennen

Es folgt die Beschäftigung mit dem Verstorbenen und seinem Tod. Es beginnt ein Abschiednehmen durch Zwiegespräche mit dem Verstorbenen, das Aufsuchen gemeinsam besuchter Orte und das Erinnern an gemeinsame Erlebnisse.

Auch diese Phase kann Wochen, Monate oder Jahre in Anspruch nehmen.

Neuer Selbst- und Weltbezug

In der letzten Trauerphase verliert der Schmerz über den Verlust an Kraft. An dessen Stelle rückt das Erinnern an die gemeinsame Zeit. Die Hinterbliebenen beginnen neue Pläne, ohne den Verstorbenen für ihr Leben zu schmieden.

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