Kinder trauern genauso intensiv wie Erwachsene, nur weniger offensichtlich und zum Teil auf für Erwachsene schwer nachzuvollziehende Weise. So können sSie nach außen gefasst wirken, während sie innerlich leiden oder auch von einer Sekunde auf die andere vom fröhlichen Spielen in tiefes Trauern versinken oder umgekehrt. Daneben sind Rückschritte in frühkindlicheres Verhalten wie
- Bettnässen
- nachts ins Elternbett kommen
- Aggression möglich.
Am wichtigsten ist es, Kindern während der unstetig verlaufenden Trauerphase mit Nähe und Zeit zu begleiten und ihnen Möglichkeiten zu schaffen, ihre Gefühle zu äußern.
Tod und Ursache beim Namen nennen
Insbesondere für jüngere Kinder, deren Vorstellungen vom Tod noch reifen müssen, ist es wichtig, dass Tod und Ursache zwar kindgerecht, aber wahr erklärt werden. Andernfalls kann es passieren, dass sich Kinder schrecklichere Vorstellungen machen, als sie der Tatsache entsprechen, oder Ängste vor alltäglichen Dingen entwickeln. Zum Beispiel wenn vom Tod beim Einschlafen gesprochen wird, beginnen manche Kinder sich vor dem Einschlafen zu ängstigen.
Helfen Sie Gefühle zum Ausdruck zu bringen
An manchen Tagen kann es einem Kind leicht fallen, Trauer in Worte zu fassen, an anderen wiederum sehr schwer. Schaffen Sie daher die Voraussetzungen, damit sich Ihr Kind auf andere Weise ausdrücken kann, d. h. füllen Sie das Lager an Kreativmaterial auf und gewähren Sie dem Kind freien Zugriff darauf. Setzen Sie dabei auf ohnehin beliebte Materialien wie Knete, Pinsel und Farben, Kleber, Pappe und Papier und natürlich auch auf Instrumente – Keyboard, Rasseln, Trommeln.
Hören Sie Ihrem trauernden Kind zu bzw. betrachten Sie gemeinsam mit ihm die geschaffenen Kunstwerke.
Versuchen Sie für ein Gespräch bereit zu sein, wenn es Ihr Kind ist.
Unterstützung nach dem Verlust von Geschwisterkindern oder Elternteilen
Der Tod von Eltern oder Geschwistern bringt häufig weitere Veränderungen für hinterbliebene Kinder mit sich. Zum einen, weil die gesamte Familie trauert, zum anderen, weil sich das Familienleben und Tagesabläufe verändern.
Prüfen Sie als Eltern in solchen Fällen, ob Sie für eine gewisse Zeit beruflich kürzertreten können, um das Kind begleiten und auch selbst trauern zu können.
Als Außenstehender sollten Sie bei innerfamiliären Verlusten immer jeden einzelnen der Familie nach seinem Befinden fragen. Auch und vor allem die Kinder!
Hilfe von außen ist eine wichtige Stütze
Wichtiger als mit wem, ist, dass ein Kind trauern kann. Wenn Ihnen Ihr Kind den Zugang zu ihm versperrt, suchen Sie bei anderen Personen Unterstützung. Das kann inbei Freunden oder anderen Familienmitgliedern, Hospizen, Trauervereinen und Kindergruppen liegen.