Möglichkeiten, um Trauernde zu trösten

Mit unserer Sammlung aus kleinen und großen Gesten möchten wir es Ihnen leichter machen, Trauernden Trostgedanken zu schenken. 

 Seien Sie präsent

Manchmal ist es nur wichtig, dass Sie da sind. Neben dem Trauernden sitzen oder ihm gegenüber. Schweigend. (Falls sie nicht einfach nur da sein können, lassen Sie Ihr Smartphone bitte trotzdem links liegen. Nehmen Sie sich eine Zeitschrift oder ein Buch zur Hand. Vielleicht auch eine Handarbeit. In jedem Fall etwas, dass auch der Trauernde sehen kann, denn beim Versinken im Smartphone sind sie zu weit “weg”.) 

Hören Sie zu – seien Sie aufmerksam

Zuhören kann auf verschiedene Weisen geschehen. Es kann ein tatsächliches Zuhören sein, indem Sie der trauernden Person und Ihren Gedanken lauschen. Schweigsam oder mit Rückfragen oder eigenen Erinnerungen. 

Manch einem fällt es jedoch schwer, die eigenen Gefühle und Gedanken auszusprechen, geben Sie dann die Anregung, diese für Sie aufzuschreiben oder in Bildern oder Collagen zu sichtbar zu machen. Auch Musik kann als Ausdrucksform dienen. Und jeder Art der Artikulation können Sie auf gewisse Weise lauschen. 

Schlagen Sie kleine und große Aktivitäten vor

Vom gemeinsamen Film schauen daheim oder im Kino, über gemeinsames Kuchenbacken bis hin zu einer kleinen Reise sind ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Orientieren Sie sich bei Ihren Vorschlägen an den Interessen desjenigen, dem Sie Trost spenden wollen. 

Seien Sie erwartungslos

Trauer kann sich jeden Tag anders zeigen. Haben Sie den Trauernden nach dem letzten Treffen lächelnd zurückgelassen, ist es dennoch möglich, dass Ihnen am nächsten Tag die Tür verschlossen bleibt oder Ihnen wütende Worten entgegenschlagen. 

Vermeiden Sie es zu urteilen, aber setzen Sie auch Grenzen zum Selbstschutz. 

Akzeptieren Sie Ablehnung und Zurückweisung

Wenn der Trauernde gemeinsame Momente ablehnt, sollten Sie das akzeptieren, Sie können dann aber auf anderen Wegen zeigen, dass Sie für die Person da sind und sich kümmern zum Beispiel, indem Sie Plätzchen backen und vor die Tür stellen oder einen Blumenstrauß vorbeibringen oder ein selbst gekochtes Essen. 

Wenn auch diese Gesten abgelehnt werden, sollten Sie das akzeptieren. Fragen Sie den Trauernden in diesem Fall, wann Sie erneut Angebote machen dürfen. 

Bringen Sie schöne Momente zum Trauernden

Besonders dann, wenn sich der Trauernde in seinen vier Wänden verkriecht, obwohl er vor dem Todesfall lebensfroh und agil war, kann es tröstend sein, wenn Sie hin und wieder ein kleines “Abenteuer” zu demjenigen nach Hause bringen. Das kann ein Kaffee mit einem Stück Kuchen aus seinem Lieblingscafé sein. Oder Sie gehen in ein Museum und bringen Fotografien mit. Sie können denjenigen sogar zu einem Spaziergang durch die Stadt einladen und per Videotelefonie “mitnehmen”. 

Unterstützen Sie ungefragt im Alltag

Gehen Sie einkaufen. Kochen Sie für den Betroffenen auf Vorrat. Machen Sie den Abwasch, putzen Sie und waschen Sie die Wäsche. Bringen Sie den Müll herunter. Lassen Sie diese Hilfen eine Selbstverständlichkeit sein. 

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Sollte es Ihnen an geeigneten Trostworten für den Trauernden fehlen, so schweigen Sie lieber, statt zu versuchen, mit Plattitüden Trost zu spenden. Diese wirken häufig so, als würde die empfundene Trauer nicht ernst genommen werden. Ergreifen Sie stattdessen die Hand des Trauernden oder setzen Sie sich einfach nur neben ihn. 

Stellen Sie sich der Emotion

Trauer kann beängstigende sein. Sowohl für den Betroffenen selbst als auch für Sie als Helfenden. Seien Sie tapfer und ertragen Sie gemeinsam die Tränen des anderen. Lassen Sie den Trauernden weinen, wenn Sie als Halt in seiner Nähe sind. 

Heißen Sie Alleinstehende besonders willkommen

Wenn jemand seinen Partner verliert und alle anderen im Freundeskreis noch die traute Zweisamkeit genießen, kann es hemmend sein, auf den wöchentlichen Spieleabend oder auf die Neujahrswanderung mitzugehen. Besonders, wenn es das erste Mal nach dem Tod des geliebten Menschen ist. Zeigen Sie dem Trauernden, dass er nun allein genauso willkommen ist, wie er es früher in Begleitung war. Zeigen Sie das am besten auch mit Gesten. Holen Sie ihn zum Beispiel von zu Hause ab. 

Sprechen Sie über Ihre eigene Traurigkeit

Wenn auch Ihnen die verstorbene Person nah stand, kann es hilfreich sein zu wissen, dass auch Sie trauern und die verlorene Person vermissen. Sprechen Sie darüber, was der Abschied für Sie bedeutet. 

Trauer braucht Zeit

Von Mensch zu Mensch ist es unterschiedlich, wie lang der Schmerz nach dem Verlust einer geliebten Person das Leben eines Hinterbliebenen bestimmt. Die Trauer kann sich in einem wellenartigen Auf- und Ab bewegen, punktuell bei Ereignissen zutage treten, linear abfallen oder eine Mischung all dieser Erscheinungsformen sein. Sicher ist nur: Es braucht Zeit, um Trauer zu überwinden. 

Immer erreichbar unter der Nummer
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